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Main-Post 29.06.2018

Warum dauern öffentliche Bauprojekte so lange?

Extrem lange Vorbereitungszeiten brauchen heutzutage öffentliche Bauprojekte. Der Verkehrskreisel auf der B 303 bei Euerbach ist dafür ein Beispiel. Denn nicht nur der Feldhamster verzögerte das Bauprojekt. Mitte Juli soll es nun aber dort losgehen.

Es sind die vielen Planungs- und Prüfungsstadien, die Zeit brauchen, erläutern Euerbachs Bürgermeister Arthur Arnold und Bautechniker Matthias Kirchner. „Die Bauleitplanung dauert mittlerweile deutlich länger, oft ein Vielfaches der eigentlichen Bauzeit“, sagt der Planer.

Zudem sind am komplexen Kreisel-Projekt neben dem Bauherrn, der Gemeinde Euerbach, nicht nur das Staatliche Bauamt Schweinfurt, der Abwasserzweckverband Obere Werntalgemeinden und der Wasserversorger Rhön-Maintal-Gruppe beteiligt.

Personalknappheit bei den Ämtern

Es sind auch Ämter und Behörden sowie diverse Stellen bei der Regierung von Unterfranken involviert, zumal das 1,4 Millionen Euro-Projekt auch ein staatliches Förderverfahren durchläuft. „Die Ämter arbeiten an ihrer Grenze“, weiß Kirchner, angesichts knappem Personal und anhaltendem Bauboom.

Zunächst hatte ein Feldhamster, der sich auf der benötigten Fläche im Herbst 2017 frühzeitig in seinen Winterschlaf begeben hatte, für eine halbjährige Verzögerung des Baubeginns gesorgt. Allerdings war er bis Mitte Mai dieses Jahres nicht wieder aufgetaucht.

Die Gemeinde hatte dennoch mittlerweile eine Ausnahmegenehmigung bei der Regierung zur Umsiedlung des streng geschützten Nagetieres eingeholt.

Ausgleichsflächen für den Feldhamster

Sie nutzte die Zeit, um alle Formalitäten abzuarbeiten, damit bei der Freigabe des Baufeldes, die Mitte Mai erfolgte, gleich gestartet werden konnte. Dazu gehörten auch Hamster-Ausgleichsflächen, für die langjährige Pachtverträge geschlossen wurden. Mit den Landwirten gibt es entsprechende Bewirtschaftungsverträge.

Um die ausgeschriebenen Bauarbeiten zu vergeben, brauchte es erst noch die Zulassung zur Vergabe durch die Regierung, erläutert Kirchner. Darauf musste angesichts des Zuschussverfahrens geachtet werden, ergänzt Bürgermeister Arnold. Mit 200 000 Euro wird das Bauvorhaben der Gemeinde auf der B 303 gefördert.

„Wir haben getan was wir konnten“, meint Verwaltungsleiter Klaus Wolf, um Zeit zu sparen. Das bedeutete auch, alle Unterlagen persönlich an die Adressaten zu bringen. „Wir haben im Straßenbauamt auch einen guten Partner gefunden“, ergänzt Arnold.

Bei der öffentlichen Ausschreibung über den Bayerischen Staatsanzeiger habe man schon die langen Fristen berücksichtigt, so der Planer. Nur zwei Angebote von Bauunternehmen seien eingegangen. Er weiß aber, dass bei anderen öffentlichen Bauvorhaben angesichts des extremen Fachkräftemangels gar keine Angebote einlaufen, so dass das Projekt vertagt und erneut ausgeschrieben werden muss.

Auch die Angst, angesichts des Baubooms höhere Preise als geschätzt für die ausgeschriebenen Arbeiten zahlen zu müssen, bewahrheitete sich beim Kreisel nicht. „Bis zu 30 Prozent über den veranschlagten Kosten“ habe er schon erlebt, berichtet Kirchner.

Hier aber blieb es bei den 1,4 Millionen für das Gesamtprojekt, inklusive Bedarfsumleitung, nördlicher Gewerbegebietsstraße, Abwasserkanäle und Wasserleitungen. Mitte Mai wurden die Arbeiten vergeben an das Hammelburger Bauunternehmen Stolz.

Das muss nun seine Vorarbeiten erledigen, etwa eine Grabungserlaubnis oder Leitungsauskünfte einholen. Es muss neben Maschinen auch Baumaterial bestellen, wovon der Planer weiß, dass mittlerweile die Lieferzeiten wesentlich länger geworden sind, oft mehrere Wochen dauern. „Das zieht sich durch alle Bauprodukte hindurch“.

Bis zu 10 000 Fahrzeuge am Tag

Ab Mitte Juli soll nun innerhalb von drei Wochen erst eine Bedarfsumleitung südlich der B 303 gebaut werden, damit das Baufeld für den Kreisel frei ist. Denn auf der Bundesstraße sind täglich 10 000 Fahrzeuge unterwegs, was mit einer Ampelregelung nicht zu bewerkstelligen wäre. Die Umfahrungsstraße wird nach Fertigstellung des Kreisels wieder zurückgebaut, zumal auf der Fläche auch schnellstmöglich ein Rewe-Einkaufsmarkt im neuen Gewerbegebiet „Südlich der B 303“ erstellt wird.

Der Kreisel selbst wird mit 45 Meter Außendurchmesser und 7,50 Meter Fahrbahnbreite plus Gehweg etwa so groß wie der Bergrheinfelder Verkehrskreisel. Spätestens bis zum Jahresende muss er fertig sein.

Text+Bild: Silvia Eidel / Main-Post
Volltext unter https://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Warum-dauern-oeffentliche-Bauprojekte-so-lange;art763,9997402

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