Main Post 24.06.2016
Seit mehreren Jahren ist schon die Rede davon, jetzt wurde der Flächennutzungsplanänderung und Bebauungsplanaufstellung zum Windpark „Maibacher Höhe“ in Poppenhausen zugestimmt. Leicht haben sich die Räte ihre Entscheidung allerdings nicht gemacht. Viele Fragen mussten zuvor beantwortet werden.
Mit einleitenden Worten machte Bürgermeister Ludwig Nätscher klar, dass auf der gekennzeichneten Vorbehaltsfläche wohl schon zwölf Windräder stehen würden, wenn die Energiegenossenschaft Oberes Werntal sich nicht für eine regionale Vermarktung des Stroms stark gemacht hätte.
Architekt Matthias Kirchner aus Oerlenbach erläuterte die bereits vorgenommenen Schritte. Max Wackwitz von der Firma Naturstrom stand ihm erklärend zur Seite. Die meisten Fragen beantwortete jedoch Gemeinderat Werner Göbel, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Energiegenossenschaft Oberes Werntal ist.
Auf der für die Nutzung der Windenergie ausgewiesenen Fläche von 105 Hektar zwischen den Ortschaften Maibach, Hambach, Dittelbrunn, Niederwerrn, Oberwerrn und Kronungen südlich der B 286 und östlich der A 71 werden, sobald die Zustimmung von höchster Stelle erfolgt ist, drei Windräder mit einer Maximalhöhe von 231,50 Metern bei senkrecht stehendem Rotorblatt, 164 Meter Nabenhöhe und 131 Meter Rotationskreis, gebaut. Kirchners Zeitplan sieht den Baubeginn dafür nächstes Jahr im Februar vor. Ende 2017 sollen die Windräder ans Netz gehen.
Das müssten sie auch, da sonst die Gewähr für die EEG-Umlage wegfalle und der Windpark damit lange nicht mehr so rentabel wie angestrebt wäre.
Die Gemeinderäte hatten Fragen hinsichtlich Höhe, Lärmbelastung, Schattenwurf und Rentabilität des Windparks. Einige Räte äußersten sich skeptisch zur Lärmentwicklung sind doch die bislang höchsten Windkraftanlagen im gesamten Landkreis geplant. Kirchner verwies dazu auf die Lärmgutachten, wonach die Grenzwerte eingehalten werden. Göbel nahm etwas Besorgnis aus der Diskussion, indem er erklärte, dass bei solch hohen Anlagen die Blattspitzengeschwindigkeit gedrosselt wird und sie deshalb sogar leiser als niedrigere Anlagen sind.
Ansgar Schätzlein fragte nach der Wirtschaftlichkeit der Anlagen, Vera Pfefferkorn wollte wissen, ob der Windpark tatsächlich so ans Netz geht, dass die EEG-Umlage ausgeschöpft werden kann. Außerdem wollte sie wissen, ob man die Windräder nicht ein Stück weiter nach Süden versetzen könne, damit sie weiter entfernt von Maibach wären. Göbel verneinte das aus artenschutzrechtlichen Gründen.
Auch das Thema Windstärke beschäftigte mehrere Räte. Walter Schmitt fragte, ob die Anlagen deshalb so hoch gebaut würden, weil am Standort zu wenig Wind wäre, Marco Kraus vermutete laut Windatlas bei Maibach den schlechtesten Standort im ganzen Landkreis.
Bürgermeister Nätscher erklärte, dass noch ein spezielles Windgutachten ausstehe und man die Windräder nicht aufstellen werde, wenn sich der Standort als nicht windintensiv genug erweisen würde. Es war wieder Göbel, der die Gemüter beruhigte. Die Windkraftanlagen bei Ramsthal und Schonungen seien zwar von der Lage her höher, hätten aber schlechtere topographische Voraussetzungen als Maibach. Am geplanten Standort gebe es gleichmäßigere Rotationsmöglichkeiten, da der Wind dort gleichbleibender wehe.
Auf Fragen zu den Zugangswegen erklärte Kirchner, dazu würden vorhandene Wege genutzt, die möglicherweise ausgebaut würden. Ackerflächen sollen nach Möglichkeit nicht zerschnitten werden. Allerdings sei darüber bisher weder mit den betroffenen Landwirten noch mit den Flurbereiningungsgenossenschaften gesprochen worden. Auch die Anschlussmöglichkeiten an die Stromnetze seien noch offen.
Text: Marion Gerber/Mainpost
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