Bautechnik Kirchner - Planungsbüro für Bauwesen

Planungbüro für Bauwesen

Main Post 23.09.2016

Kleine dunkle Verfärbungen in der Erde sind für Andreas Büttner vom Landesamt für Denkmalpflege der Beweis: Hier haben einmal vor Tausenden von Jahren Menschen gesiedelt. Das wollen jetzt auch wieder welche. Liegen die Funde doch genau im Neubaugebiet von Kleinbardorf. Und deshalb verzögern sich auch Arbeiten, weil zunächst einmal – so will es der Gesetzgeber – die Spuren der Vergangenheit aufgedeckt werden sollen.

Baldmöglichst sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden

Nach einem Gespräch mit Büttner will Bürgermeister Jürgen Heusinger jetzt zeitnah mit seinem Gemeinderat die Grabungsarbeiten unter Fachfirmen ausschreiben. Um die befürchteten hohen Kosten zu begrenzen hat Büttner zugestimmt, dass Amateurarchäologen bei den Grabungen helfen dürfen – natürlich nur unter Aufsicht von Profis. Laut Büttner keine allzu ungewöhnliche Vorgehensweise. Es komme immer wieder mal vor, dass denkmalpflegerische Vereine vor Ort, wie etwa die Archäologische Arbeitsgruppe Rhön-Grabfeld, bei ähnlichen Gelegenheiten zum Einsatz kommen.

Bürgermeister suchte Grabungshelfere über das Fernsehen.

Absolut ungewöhnlich ist aber, dass übers Fernsehen quasi bundesweit nach Hobbyarchäologen gefahndet wird. Die Abendschau des Bayerischen Fernsehens hatte nämlich Anfang August einen Beitrag gesendet, in der Heusinger Menschen gesucht hatte, die bei „freier Kost und Logis“ Interesse an einer solchen Tätigkeit haben. Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten. „Sogar Leute aus Frankfurt und Stuttgart haben sich gemeldet“, erzählt Heusinger im Gespräch mit dieser Zeitung. Ob die immer noch Interesse haben, weiß er allerdings nicht. Klar ist aber, dass die Arbeit kein Zuckerschlecken wird. „Das ist harte körperliche Arbeit mit dem Spaten“, betont Büttner. Bei dem löshaltigen Boden sei das eine anspruchsvolle Tätigkeit. Außerdem müssten sich die Leute verpflichten, mindestens 14 Tage bei der Stange zu bleiben.

Zehn oder sieben Bauplätze

Auf gut acht Wochen schätzt Heusinger die Grabungsarbeiten, die optimalerweise schon im November beginnen könnten. Erschließung sei dann im Frühjahr und im Sommer könnten die Interessenten zu bauen beginnen. Ob es tatsächlich bei den zehn Grundstücken in dem gut zwei Hektar großen Stück bleibt, steht auch noch nicht fest. Zunächst sollen die weitflächigen Siedlungsspuren registriert werden. Ob dann mit der am Rande des Baugebiets liegenden Gräber-Fläche weitergemacht wird, hängt in erster Linie von den bis dahin aufgelaufenen Kosten ab, die auf alle Fälle im sechsstelligen Bereich liegen werden.

Sollten die Gräber unberührt bleiben, greift die Alternativplanung fürs Baugebiet, die diesen Bereich außen vorlässt und dann nur noch sieben Bauplätze vorsieht. Natürlich hofft Heusinger, dass zumindest eines der Gräber geöffnet werden kann, ist er doch schon jetzt gespannt, ob sich dort Grabbeigaben finden werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Michael Petzold/Mainpost
Volltext unter: http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Windparks-Windraeder;art763,9266728

 

 

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